Wolf unter Wölfen

e-riff G D e  e-riff G D e

[C]Du gehst einsam durch die Straßen in der Winternacht
[D]Du konntest nicht schlafen und hast dir gedacht
[C]die Nacht ist friedlich, geh doch aus dem Haus
[D]Doch friedlich schaut’s hier nirgends aus
e-riff G D e

[e]Du kannst nicht schlafen weil du nicht vergisst
[G]der Mensch ein [D]Wolf unter [e]Wölfen ist
[e]du kannst nicht schlafen weil du nie vergisst
[G]dass der Mensch dem [D]Menschen ein [e]Teufel ist

In diesem Park gibt es keine Penner mehr
es ist ja auch noch nicht so lange her
Dass man Stippi mit eingetretenem Schädel fand*
Ein  Hakenkreuz auf einem Zettel in der Hand

Du kannst nicht schlafen weil du nicht vergisst
der Mensch ein Wolf unter Wölfen ist
du kannst nicht schlafen weil du nie vergisst
dass der Mensch dem Menschen ein Teufel ist

Du bist hier zuhause, gehörst hier her **
doch plötzlich passt du deinem Mann nicht mehr
Dann wirst du abgeschoben – keine Gnade kein Pardon
Was mit dir passiert – wen juckt das schon

Du kannst nicht schlafen weil du nicht vergisst
der Mensch ein Wolf unter Wölfen ist
du kannst nicht schlafen weil du nie vergisst
dass der Mensch dem Menschen ein Teufel ist

Als Frau bist du hier nur ein Sexobjekt
wo anders wirst Du hinter Schleiern versteckt
Stolz kannst du sein, selbstbestimmt und Frei
Mädchen – Frau  steh auf und schrei!

Du kannst nicht schlafen weil du nicht vergisst
der Mensch ein Wolf unter Wölfen ist
du kannst nicht schlafen weil du nie vergisst
dass der Mensch dem Menschen ein Teufel ist

Schau dir doch die Schweineställe an
ein Anblick bei dem ein Mensch nur noch kotzen kann
Wer macht so was, wer kauft den ganzen Dreck
Wehr Dich, steh auf -. schau nicht weg

Du kannst nicht schlafen weil du nie vergisst
dass der Mensch auch dem Tier ein Teufel ist
Du kannst nicht schlafen weil du nie vergisst
dass der Mensch auch dem Tier ein Teufel ist

Während die Nazis ungestört, grölend randaliern
Muss mich die Polizei auf Waffen kontrolliern
denn wir, wir, ja wir bedrohn den Staat
die geht schon wieder auf, diese rechte braune Saat

Du kannst nicht schlafen weil du nicht vergisst
der Mensch ein Wolf unter Wölfen ist
du kannst nicht schlafen weil du nie vergisst
dass der Mensch dem Menschen ein Teufel ist

Es liegt an uns, nicht immer Wegzuschaun
wir müssen endlich auf uns selbst vertraun
denn wer, wenn nicht wir verändert diese Welt
Egal woher du kommst, das ist doch was zählt

Du kannst nicht schlafen weil du nie vergisst
dass Du ein Teil der Veränderung bist
Du kannst nicht schlafen weil du nie vergisst
dass Du ein Teil der Veränderung bist

Du sollst nicht schlafen damit du nicht  vergisst
dass Du die Veränderung bist
Du sollst nicht schlafen damit du nicht vergisst
dass Du die Veränderung bist
Du sollst nicht schlafen damit du nicht vergisst
dass Du die Veränderung bist

* Stippi war  ein Obdachloser der in Templin von zwei jungen Rechtsradikalen mit Fußtritten getötet wurde. Er wurde in einer alten Werkstatt tot aufgefunden, der Zettel mit dem Hakenkreuz ist literarische Freiheit, dieses Pack traut sich ja nicht zu den eigenen Taten zu stehen (Quelle URL: http://www.sueddeutsche.de/panorama/rechtsradikale-in-templin-gewaltexzess-in-der-werkstatt-1.476033 )

** Anspielung auf  Gloria Yosores, die aus Deutschland in die Philippinen abgeschoben werden soll, weil ihr Mann sie acht Wochen vor der Frist verlassen hat, nach der sie ein unbeschränktes Bleiberecht bekommen hätte. im September 2015 wurde der Fall von der Härtefallkommission günstig beschieden, jetzt fehlt nur noch das OK der bayerischen Staatsregierung, die sich bis jetzt aber noch nie anders entschieden hat als die Härtefallkommission.  Frau Yosores bekommt also nach beinahe einem Jahr des Bangens und Hoffens die Möglichkeit in Deutschland zu bleiben. Herzlich willkommen!

He Schatz schtand auf

He Schatz schtand auf, dr Tag bricht a
He Schatz schtand auf, sogar d´Sonne scheint
He Schatz schtand auf, des wird an scheanr Tag
für uns zwoi

Au wenn mir heut Nacht no g´frora hand
Goht jetzt an warmer Wend übers Land
D´Sonne goht auf ond isch rot wia Gluat
ond des mach mir Mut

Außer uns send erst par Vögel wach
Die zwitschrat no ganz zaghaft in dr Esche und auf am Dach
Der Hemmel isch weit irgendwo schwätzt a Star
Ond d’Luft isch klar

He Schatz schtand auf….

Mir gand an See ond zihat uns aus
Dr Nebel wabert überm Wasser und sieht wie Watte aus
An Reiher stoht em Schilf – breitet d’Flügel aus
Fliagt auf d’Wiesa naus

Om so a Zeit hot d’Welt no a ganz unschuldiges G’sicht
Klar und Still en ma ganz woicha Licht
Ond wenn d’Welt heut aufwacht send mir it dabei
Denn heut mach mer frei

He Schatz schtand auf, ...

 

 

"Übersetzung"

He Schatz steh auf, der Tag bricht an
He Schatz steh auf, sogar die Sonne scheint
He Schatz steh auf, das wird ein schöner Tag für uns zwei

Auch wenn wir die Nacht noch gefroren haben
geht jetzt ein warmer Wind übers Land
die Sonne geht auf und ist rot wir Glut

und das macht mir Mut

Außer uns sind erst ein paar Vögel wach
die zwitschern noch ganz zaghaft in der Esche und auf dem Dach
Der Himmel ist weit und irgendwo redet ein Star
(die Staren hören sich manchmal an, als ob sie vor sin hinplappern)
und die Luft ist klar

He Schatz steh auf…

Wir gehen an den See und ziehen uns aus
der Nebel wabert über dem Wasser und sieht wie Watte aus
Ein Reiher steht im Schilf und breitet die Flügel aus
und fliegt auf die Wiesen raus

Um diese Zeit hat die Welt noch ein ganz unschuldiges Gesicht
Klar und still, und einem ganz weichen Licht
Und wenn die Welt heute aufwacht sind wir nicht dabei
denn heute machen wir frei

He Schatz steh auf…

Mir land et lugg Text

Am Wochaende guck i emmr wieder mol vorbei
Sag hallo zum Werksschutz ond zur Polizei
I frog mi warom komm i denn emmr wieder z’ruck?
Weil do a Stemm en meim Ohr sait: Lass blos et lugg

Wenn d’Kühltürm dampfad klemprat auf dr oina Seite s’Geld
Auf dr andra macht ma Müll der vergiftat onsra Welt
Ihr werat reich ond land da Dreck für andere z’ruck
Doch passat auf – mir land et Lugg

Z’Afrika holt ma s’Uran aus am Boda raus
Ond henterlost an Dreck des helsch em Kopf it aus
Ma glaubt ma wär wieder en dr Kolonialzeit z’ruck
Drom liabe Leit – land blos et lugg

En Gundremminga isch alles saubr, ma sieht koi bißle Dreck
Denn do wo dr Dreck isch, des isch alles ganz weit weg
En Afrika ond Sellafield, do lammr s’Chaos z’ruck
Drom liabe Leit – land blos et lugg

Mit uirer Arroganz ond uiram haufa Geld
Glaubat ihr wahrscheinlich uich k’hört d’Welt
Doch ihr guckat au blos neidisch, wenn i mei Mädle druck
Ond glaubat mir, Dui lot et lugg

Für 60 – 70 Johr machat ihr Energie
Fossil mit AKW – ihr hand koi Phantasie
Ihr plündrat d’Welt aus ond land nix meh z’ruck
Doch glaubat uns – mir land et lugg

Wenn ihr fertig send isch d’Welt leer ond versaut
Alla Zukunft hand ihr doch verbaut
Auf uich guckat ma volla Zora z’ruck
Ond wega dem – land mir et lugg

Doch wenn mir g’schaffa hand was mir schaffa wand
Blüht mit Sonna Wasser Wend s’ganze Land
Des goht scho Vorwärts jeden Tag got a Stuck
Des kiragat mir scho na – denn mir land et lugg